21 Juli
Hallo liebe Leser,
länger gabs es hier kein Update. Das liegt einfach daran das wir durch unser Training nur ganz selten dazu kommen. Gestern Abend, als ich mal wieder auf meinem Heimtrainer saß und meine 40 Km abstrampelte habe ich mal für mich ein Resümee der gesamten Zeit von Oktober 2013 bis heute gezogen. Also vorneweg: Wir haben so viel erreicht. Wir sind topfit und bewegen uns in sportlichen Spähren, in denen wir uns letztes Jahr nicht im Traume gesucht hätten. Ich hab gemeinsam mit Steffi meine Angst in einem See zu schwimmen einfach so überwunden. 16 Jahre aus Angst in keinem See gewesen. Und dann sind wir einfach los geschwommen. 1000m quer auf die andere Seite des Sees.
Einfach unglaublich! Noch Tage später war ich völlig von der Rolle, das es so grandios geklappt hat.
Nun zum eigentlichen Thema. Klar körperlich haben sich sowohl bei Steffi als auch bei mir deutlich sichtbare Veränderungen eingestellt. Wir haben Kondition! Wir haben Kraft! Das waren von meiner Seite auch die Dinge an die ich vorerst auch hauptsächlich gedacht habe, als ich mit Triathlon begann. Was mich jedoch völlig erstaunt sind die Veränderungen auf mentaler Ebene. Hier tun sich Dinge, die man vorher sicher so nicht erwartet hätte. Ich habe sportliche Erfahrungen gemacht, die sicher nicht schön waren, ich bin an meine Grenzen gegangen, aber leider auch das ein oder andere Mal darüber hinaus. Ich hab im Wald vor Monaten mit schwerster Übelkeit gekämpft und hab gedacht ich falle jeden Moment ins Koma. Ich habe dadurch gelernt an meine Grenzen zu gehn. Das kann ich nun, weil ich weiß wo diese Grenzen überhaupt sind. Der wichtigste Punkt ist jedoch für mich, das ich mein Leben wieder liebe. Mit all dem Stress, all den täglichen Herausforderungen. Ich nehme das alles als ein großes Geschenk. Wir sind gesund, wir können Sport machen, uns geht es finanziell so gut, dass sogar noch eine Triathlonausrüstung drin war. Ich will nicht mehr vor mich hin leben sondern ich spiele aktiv mit und gestalte. Ich lege mehr Wert drauf Dinge zu tun die mich glücklich machen. Das sollten wir übrigens alle tun. Danken für dieses Leben, denn wir haben nur das Eine.
Und eh hier ein falscher Eindruck entsteht: Triathlon ist ein knallharter Sport. Eigentlich gleich 3. Es braucht viel Zeit und noch mehr Motivation um ihn auszuüben. Und er bereitet beim Training große Schmerzen. Schmerzen mit denen man umgehen können muss um immer besser zu werden. Und man muss lernen zu unterscheiden, wann der Schmerz noch gut ist und wann man seinem Körper Schaden zufügt. Und für die die Probleme haben sich für Sport zu motivieren: Ja, wir zweifeln auch oft, ja, ich habe gestern auf meinen 40km Rad oft überlegt, ob ich jetzt einfach aufhöre. Als ich fertig war, fragte ich mich, ob ich wirklich noch aufs Laufband muss. Auf dem Laufband fragte ich mich, ob ich doch etwas langsamer mache… Ich kann euch alle beruhigen. Diese Gedanken hat jeder. 😉
Was zu guter letzt aber das wichtigste ist bei all der Schinderei: Spaß haben und alles mitnehmen, was dieser großartige Sport an positiven Effekten mitbringt!
In diesem Sinne: Das Leben ist zu kurz…
Manuela
Zitat aus dem Film Akte Jane ;-): „Wissen Sie, was das Beste am Schmerz ist?“ – „Nein, das weiss ich nicht!“ – „Er lässt Sie wissen, dass Sie noch nicht tot sind.“